57 V PROGNOSEBERICHT Die derzeitige Finanz- und Wirtschaftskrise dürfte das weltweite Wachstum in diesem Jahr massiv belasten. Erst in der 2. Jahreshälfte wird mit einer leichten Stabilisierung gerechnet. In Summe soll das Bruttoinlandsprodukt weltweit nur noch um 0,5% wachsen1) . China und Brasilien zählen dennoch weiterhin zu wachsenden Volkswirtschaften, während in Deutsch- land die Wirtschaftsleistung zwischen 2,3% und 2,7% schrumpfen soll2) . Für die EU wird ein Rückgang von 1,8% erwartet3) , für die USA ein Minus von 1,6%4) . Im Jahr 2010 soll sich die Wachstumsdynamik wieder beschleunigen und die weltweite Wirtschaftsleistung um 3,0% zulegen4) . Die schwache Konjunkturentwicklung belastet voraussichtlich auch im Jahr 2009 die Nach- frage: In Westeuropa werden zwar im Trucksegment Wachstumsimpulse durch die Einfüh- rung neuer Emissionsvorschriften (Euro-5-Norm) ab 2011 erwartet, doch die Nachfrage soll zunächst voraussichtlich um rund 7,0% sinken, im Jahr 2010 um etwa 5,0% steigen5) . In Nordamerika (Segment: Class 8) wird mit einem weiteren Rückgang um rund 14,3% gerech- net, wobei ab der 2. Jahreshälfte die Nachfrage durch eine neue Motorengeneration auf- grund gesetzlicher Vorschriften ab dem Jahr 2010 zulegen dürfte6) , für 2010 wird eine Markterholung mit einem Anstieg der Produktionsleistung um 30,8% erwartet6) . Im Trailer- markt wird für das Jahr 2009 ein Rückgang um rund 18,0% in Westeuropa erwartet7) . Für die USA wird für 2009 ein weiterer Rückgang um etwa 14,9% prognostiziert, für 2010 ein deutlicher Anstieg der Produktion um rund 46,0%6) . SAF-HOLLAND wird seinen eingeschlagenen Weg fortsetzen und auch im Jahr 2009 die Effizienz des Konzerns deutlich verbessern. Wir haben zu Beginn des Jahres ein zweites Maß- nahmenprogramm festgelegt, das unsere Kosten um weitere 35 Mio. Euro senken wird. Neben der weiteren Schließung oder Zusammenlegung von Produktionsstandorten in Europa, Nordamerika und China beinhaltet es die Reduzierung von Material- und Produk- tionskosten sowie Sach- und Personalkosten. Dabei werden wir unter anderem auf die Möglichkeiten der Kurzarbeit, der Verkürzung der Wochenarbeitszeit und befristete Gehalts- kürzungen bei den außertariflichen Gehältern zurückgreifen. Zur Stabilisierung unserer Liquidität werden wir unsere Kapitalbindung in den Vorräten nochmals reduzieren. Ziel ist es, die Vorratshaltung auf einen Monatsumsatz zu reduzieren. Mit der Summe der eingelei- teten Programme schaffen wir unternehmensseitig Voraussetzungen, um die Nachfrage- schwäche zu meistern. Vor dem Hintergrund einer schwachen Gesamtwirtschaft ist die Nachfrage seitens unserer Kunden sehr schwankend. Aufträge werden meist nur kurzfristig erteilt, was Prognosen erschwert. Daher ist uns zum jetzigen Zeitpunkt eine zuverlässige Planung für das Gesamt- jahr nicht möglich. Aus heutiger Sicht gehen wir davon aus, dass der Jahresumsatz 2009 deutlich unter dem des Vorjahres liegen wird. Daher erwarten wir eine erhebliche Belas- tung in der Ertragsentwicklung, zumal die eingeleiteten Maßnahmen erst im Verlauf des Jahres 2009 ergebniswirksam werden können. 1) IWF, Januar 2009 2) EU-Kommission, Wirtschaftsprognose 2009; IfW, Dezember 2008 3) EU-Kommission, Wirtschaftsprognose 2009 4) IWF, Januar 2009 5) Global Insight/Supplier Business 6) ACT, Dezember 2008 7) Beecroft Report