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II ÜBERBLICK ÜBER DEN GESCHÄFTSVERLAUF
II.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Weltweit hat sich das Wirtschaftswachstum im Jahresverlauf 2008 deutlich abgeschwächt
und ist vor allem im 4. Quartal signifikant gesunken. In Deutschland und in den USA ist die
Wirtschaftsleistung seit dem Sommer rückläufig. Dazu tragen vor allem die Finanzkrise,
eine zurückhaltende Kreditvergabe der Banken an Unternehmen und die allgemeine Kon-
sumzurückhaltung bei. Außerdem belasteten die zwischenzeitlich auf Rekordniveau liegen-
den Rohstoffpreise vor allem für Erdöl die Unternehmen. Somit hat die Bankenkrise
auch die Realwirtschaft erreicht.
Im vergangenen Jahr ist in Deutschland die Wirtschaftsleistung lediglich im 1. Quartal
gestiegen, seit dem 2. Quartal schrumpft sie. Der Rückgang im 4. Quartal von 2,1% (gegen-
über dem Vorquartal) war der stärkste Einbruch seit der Wiedervereinigung1)
. Für das
Gesamtjahr wird dennoch ein Plus von 1,5% erwartet2)
. In den USA dürfte die Wirtschafts-
leistung ungeachtet eines Rückgangs von voraussichtlich 6,2% im 4. Quartal auf Gesamt-
jahressicht noch um rund 1,3% zugenommen haben3)
. Zu den weltweiten Wachstums-
motoren zählten erneut Russland (6,2%), Brasilien (5,8%) und China (9,0%), so dass die
Weltwirtschaft trotz der Krise noch um 3,4% nach 5,2% im Jahr 2007 gewachsen sein
sollte4)
.
Vom schwächeren Wirtschaftswachstum besonders betroffen sind der Maschinen- und Fahr-
zeugbau. Nach mehreren Rekordjahren brach die Nachfrage nach Trucks und Trailern im
4. Quartal regelrecht zusammen. Angesichts der hohen Absatzzahlen hatten die Hersteller
teilweise noch im Jahr 2008 die Kapazitäten erhöht, während nunmehr die Produktion
stark gekürzt wird. So wurden im Dezember europaweit rund 15% weniger schwere Lkw
(16 t und schwerer)5)
zugelassen als im Dezember 2007. Über das gesamte Jahr gesehen, ging
die Nachfrage mit einem Minus von 2,2% nur leicht zurück5)
. In Nordamerika wurden vor-
aussichtlich rund 3,3% weniger Lkw (Segment Class 8) hergestellt als im Vorjahr. Im Vorjahr
hatte der Rückgang etwa 43,6% betragen, ausgelöst durch regulatorisch bedingte Vor-
zieheffekte6)
. Ähnlich wie im Truckbereich sanken gerade zum Jahresende Nachfrage und
Produktion auch im Trailermarkt. Auf Jahressicht blieb in Westeuropa die Zahl der Neu-
zulassungen noch stabil, während die Produktion bereits um 0,6% sank7)
. In den USA redu-
zierte sich die Trailerproduktion massiv um rund 34%6)
.
II.2 Wesentliche Ereignisse im Geschäftsjahr 2008
Die Nachfrage nach Produkten von SAF-HOLLAND war im Geschäftsjahr 2008 von unter-
schiedlichen Entwicklungen geprägt. Dynamische Wachstumsraten im zweistelligen Bereich
und optimistische Prognosen im 1. Halbjahr schlugen in den letzten Monaten des Jahres
schlagartig um in dramatische Umsatzeinbrüche und zunehmend pessimistische Aussichten
für die Zukunft. Im 1. und 2. Quartal 2008 verzeichnete SAF-HOLLAND noch ein Umsatz-
wachstum von 11,3% im Vergleich zur Vorjahresperiode. Vor dem Hintergrund der dynami-
schen Wachstumsraten besonders im europäischen Trailergeschäft legten wir unseren Fokus
auf eine stetige Anpassung der Kapazitäten an die hohe Nachfrage. Durch das Wachstum im
1. Halbjahr haben wir unsere bereits starke Position als führender Partner der Truck- und
Trailerindustrie international weiter ausgebaut und gefestigt. Es gelang uns, das Produkt-
spektrum in den Kernmärkten 2008 früher als ursprünglich vorgesehen zu vervollständigen.
1) Statistisches Bundesamt, Februar 2009
2) IfW, Dezember 2008
3) US-Handelsministerium, Februar 2009
4) IWF, Januar 2009
5) ACEA, Januar 2009
6) ACT, Dezember 2008
7) Beecroft Report