29 I.4 Leitung und Kontrolle, Vergütungsbericht Die Leitung der SAF-HOLLAND S.A. orientiert sich am angloamerikanischen Boardsystem. Neben dem Management Board, das die operative Tätigkeit steuert, besteht das Board of Directors. Es ist zur Hälfte mit unternehmensverbundenen Mitgliedern besetzt, die Aktio- näre der Gesellschaft sind. Die andere Hälfte ist unternehmensunabhängig. Im Geschäfts- jahr 2008 war bis auf Rudi Ludwig als CEO kein Board Director gleichzeitig in operativen Funktionen der SAF-HOLLAND-Gruppe tätig. Vorsitzender des Board of Directors im Geschäftsjahr 2008 war Dr. Rolf Bartke (bis 31. Januar 2009), stellvertretender Vorsitzender ist Ulrich Otto Sauer. Mitglieder des Board of Directors erhalten für ihre Tätigkeit eine Vergütung und Zuschläge für Sonderfunktionen wie für den Vorsitz des Audit Committee und den Vorsitz des Remuneration Committee. Rudi Ludwig bezog bis zum 28. Februar 2009 für seine Tätigkeit im Board of Directors keine Vergütung. Neben dem Board of Directors wurde mit der neuen Organisationsstruktur ab dem 1. Juli 2007 ein Management Board ernannt. Das Management Board umfasste im Berichtsjahr CEO Rudi Ludwig, CFO Wilfried Trepels, COO Sam Martin und Steffen Schewerda als Leiter Ope- rations. Zudem gehören dem Management Board die Leiter der Business Units an: Detlef Borghardt (Trailer Systems), Jack Gisinger (Powered Vehicle Systems) und Tim Hemingway (Aftermarket, bis 30. September 2008). Die Leitung der Business Unit Aftermarket wird seit dem 1. Oktober 2008 vom CEO wahrgenommen. Für die Führungskräfte der vier oberen Managementebenen (inklusive Management Board) wurde ein erfolgsabhängiges Vergütungssystem eingeführt, das durch Zielvereinbarungen unterlegt ist. Es werden bis zu fünf persönliche Ziele und zwei Ergebnisziele auf Unter- nehmensebene definiert. Je höher der jeweilige Mitarbeiter in der Hierarchie steht, umso stärker wird der Gesamtunternehmenserfolg gewichtet. Für das Geschäftsjahr 2008 haben die Geschäftsleitung und das übrige Management vollständig auf den Bonus verzichtet und damit einen Beitrag zur Bewältigung der schwierigen Marktsituation geleistet. I.5 Rechtliche und wirtschaftliche Einflussfaktoren Drei wesentliche Rahmenfaktoren prägen den Geschäftsverlauf von SAF-HOLLAND: 1. Konjunktur: Grundsätzlich ist die weltweite Konjunkturentwicklung ein wichtiger Indika- tor für das Transportvolumen. Hoher Kostendruck kann zu einem verstärkten Outsourcing führen und damit die Nachfrage nach Transportkapazität steigern. 2. Infrastruktur: Die wachsende Globalisierung zieht Investitionen in die Infrastruktur nach sich, beispielsweise in das Straßennetz. Umgekehrt beeinträchtigt eine nicht ausreichen- de Infrastruktur den Logistiksektor: So wurde in Deutschland die Einführung sogenannter Megatrucks mit größerer Ladekapazität und somit höherem Gewicht zunächst verwor- fen, da Sicherheitsrisiken befürchtet werden und das Straßennetz den höheren Belastun- gen nicht gewachsen sein soll. Jedoch liefen im Jahr 2008 in drei Bundesländern (Baden- Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen) Pilotprojekte: Im Rahmen von Sondergenehmigungen durften auf ausgewählten Straßen Megatrucks fahren. Ausgehend von der Initiative einiger EU-Länder ­ etwa den Benelux-Staaten und aus Skandinavien ­ sollen die übergroßen Lkw möglichst bald europaweit zugelassen werden.